Freitag, 21.10.2011 19:30 | Dr. Carsten Frerk •
|

|
Violettbuch Kirchenfinanzen – Wie wir die Kirchen finanzieren
Obwohl die beiden großen christlichen Kirchen heute weniger als zwei Drittel der Bevölkerung repräsentieren, werden viele ihrer Belange durch die öffentliche Hand finanziert. Das betrifft nicht nur Krankenhäuser oder Sozialstationen, die von der Allgemeinheit in Anspruch genommen werden. Ob Bischofsgehälter, die Ausbildung kirchlichen Personals oder Missionswerke: Konfessionslose und andersgläubige Bürgerinnen und Bürger zahlen alle kräftig mit.
Dr. Carsten Frerk gibt einen systematischen Überblick, zu welchen Gelegenheiten der Staat von den Kirchen zur Kasse gebeten wird. Er deckt versteckte Begünstigungen der christlichen Großkirchen auf, erläutert die rechtliche und historische Fragwürdigkeit dieser „Staatsleistungen‘‘ und stellt die Frage, warum die Allgemeinheit soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft bezuschusst, obwohl dort die Arbeitnehmerrechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind. Dr. Frerk stellt sein Violettbuch mit allen Aktualisierungen zum Thema Kirchenfinanzen 2011 vor.
Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der mittlerweile verfassungswidrigen Finanzierung der Kirchen durch Staatsleistungen, die aus vordemokratischen Zeiten stammen und seit 92 Jahren (als Verfassungsbefehl) beendet werden sollen.
|
Der Referent:
Dr. Carsten Frerk, *1945 in Dresden, Sozialwissenschaftler, Autor und Publizist, hat 2002 das inzwischen als Standardwerk geltende Sachbuch »Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland« veröffentlicht. Er gilt als außerkirchlicher Fachmann für Kirchenfinanzen, und sein besonders Augenmerk gilt den finanziellen Verflechtungen von Kirche und Staat. Er ist u.a. Leiter der »Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland« (fowid) und verantwortlicher Redakteur des Humanistischen Pressedienstes (hpd). 2009 hat er als einer der Hauptverantwortlichen die deutschlandweit sehr beachtete »Gottlosen-Buskampagne« organisiert und durchgeführt, mit der um eine stärkere Präsenz der Nichtreligösen in der öffentlichen Debatte geworben wurde.
|